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Teilekataloge in einer Web-Umgebung mit grafischen Objekten

Webbrowser sind eine bevorzugte Umgebung für die Bereitstellung von elektronischen Handbüchern und Katalogen.

1 Situation

Die Software ist kostengünstig oder gratis und intuitiv in der Bedienung. Die meisten Unternehmen tun sich aber damit schwer, ihre Dokumente zu veröffentlichen und auf dem Laufenden zu halten. Meist entwirft ein Programmierer oder Internet-Spezialist den Katalog und erstellt Verknüpfungen zwischen Grafiken und Text. Er erzeugt auch Hotspots in den Grafiken.

Abgesehen von der Arbeit, die in die Erstellung eines Katalogs investiert werden muss, sind spätere Überarbeitungen mit erheblichem Aufwand verbunden. Grafische Änderungen spiegeln sich nicht automatisch im Katalog wieder und Hotspots oder Verknüpfungen müssen manuell geändert werden.

Das vorliegende Dokument beschreibt das Erzeugen eines elektronischen Teilekatalogs aus vorhandenen Abbildungen und Datenbankinformationen. Das Konzept nutzt Grafikobjekte in CGM-Dateien, um Abbildungen zu identifizieren und mit Hotspots zu versehen. Es zeigt die Verwendung von Hotspots in CGM-Dateien entsprechend dem ATA-Profil und die Vorteile im Vergleich zur herkömmlichen Overlay-Technik.

2 Grundlagen

2.1 Wie Overlays funktionieren

Der herkömmliche Ansatz für interaktive Grafiken ist die Verwendung der Overlay-Technik. Die Abbildung liegt als separate Datei vor, oft im TIFF-Format. Hotspots und Verknüpfungen werden dann in dieser Abbildung definiert, z. B. als eine picture-map in HTML oder als SGML/XML-Overlay. Die Hotspots sind daher nicht logisch mit den darunterliegenden Grafiken verknüpft. Wenn sich die Abbildung ändert, müssen die Hotspot-Informationen manuell geprüft und geändert werden.

Die Nachteile treten noch klarer bei Überarbeitungen des Katalogs zu Tage. Bei jeder grafischen Änderung müssen die Overlays geprüft und teilweise geändert werden. Dies ist sehr zeitraubend und erfordert hoch qualifiziertes Personal. Somit wird die fristgerechte Durchführung von Änderungen schwierig.

2.2 Was ist ein Grafikobjekt?

Es gibt nur einen einzigen Weg, das aufgezeigte Problem zu eliminieren. Die Hotspot- und Verknüpfungsinformationen müssen mit der grafischen Information logisch verknüpft werden. Dadurch wird gewährleistet, dass die Hotspot-Information zugleich mit der Abbildung aktualisiert wird.

Am einfachsten erreicht man dies durch Erzeugen sogenannter Grafikobjekte (grobjects). Kurzgefasst handelt es sich hierbei um Gruppen von grafischen Grundelementen wie Linien oder Ellipsen, die mit einem Identifikationsmarker versehen sind. Sie können auch Informationen über den Hotspot-Bereich enthalten. Der Illustrator gruppiert die Linien und Ellipsen und gibt die ID ein. Dann kennzeichnet er das Objekt als Hotspot. Weitere Informationen werden in der CGM-Datei nicht benötigt.

Grafikobjekte wurden in der letzten Änderung des ATA-GREXCHANGE-Profils, Version 2.4, für CGM definiert. Die Verwendung von IDs und Bereich ist nunmehr standardisiert und die Erkennung von Objekten in jeder Anwendung, die diese Version des ATA-Profils unterstützt, möglich. Das neue WebCGM-Profil, das vom CGM Open Consortium vorgeschlagen wurde, basiert auch auf dem Grundsatz von Grafikobjekten.

2.3 Verknüpfungen und Kommunikation

Der im vorliegenden Beispiel behandelte Katalog speichert keine Verknüpfungsinformationen in Grafikdateien. Jedweder Inhalt, der innerhalb von Grafikdateien vorliegt, ist sehr viel schwerer zu pflegen als Einträge in einer Datenbank oder Daten im Textformat.

Die Verknüpfungen sind im HTML-Teil enthalten. Der CGM-Viewer teilt der HTML-Umgebung die ID eines Objekts mit, sobald der Mauszeiger das Objekt berührt. Durch einfache Java-Skripts wird der Sprung zum Eintrag in der Teileliste durchgeführt.

Auch die Verknüpfungen zurück zum Grafikobjekt sind in Java geschrieben. Der Viewer wird von der Objekt-ID zum Einblenden oder Hervorheben aufgefordert.

3 Vorbereitung des Inhalts

3.1 Überblick

Ein Teilekatalog besteht aus einzelnen Seiten mit einer Abbildung und einer dazugehörigen Teileliste. Um diese Informationen miteinander zu verknüpfen, muss die Liste aufbereitet vorliegen. Am einfachsten geschieht dies durch Erzeugen einer ASCII-Datei pro Abbildung, was von jeder herkömmlichen Datenbank aus problemlos möglich ist.

Um den Arbeitsaufwand an der Abbildung gering zu halten, werden alle gültigen Legendennummern in Grafikobjekte mit einer dazugehörigen ID umgewandelt. Dies ermöglicht dynamische Verknüpfungen zur Laufzeit. Bereits in der Abbildung vorhandene Objekte ermöglichen zusätzliche Funktionen.

3.2 Die Teileliste

Die meisten Unternehmen speichern ihre teilespezifischen Daten in einer Datenbank, manchmal sogar einfach in einer Excel-Datei. Eine einzelne Teilenummer kann eine Vielzahl von Informationen beinhalten. Meist handelt es sich um mehr Informationen, als Sie in einem Teilekatalog anzeigen wollen. Darüber hinaus wird es wahrscheinlich viele Teile in Ihrer Datenbank geben, die niemals in den Katalog aufgenommen werden, wie beispielsweise Rohmaterial oder Komponenten von genieteten Teilen.

Um die Erzeugung eines Teilekatalogs zu automatisieren, muss die Datenbank folgende Informationen pro Teil enthalten, das in der Teileliste erscheint:

Teilenummer - die Nummer zur Identifizierung des Teils

Legende - die Legendennummer in der Abbildung

Seite - die Katalogseite, auf der das Teil abgebildet ist

Die Datenbank erzeugt reine ASCII-Dateien pro Katalogseite. Diese enthalten alle Informationen, die im Browser in durch Tabulatoren getrennten Feldern erscheinen. Einige zusätzliche Dateien werden erzeugt, die Informationen über Spaltenüberschriften und -breiten enthalten.

3.3 Die Abbildungen

Der Anwender möchte auf eine Legendennummer und/oder ein Teil selbst klicken, um genaue Informationen über dieses Teil abzurufen. Dies erfordert das Einfügen sogenannter Hotspots in der Abbildung. Dabei handelt es sich um Bereiche, auf die man klicken kann, d. h. der Anwender klickt auf die Bereiche und löst damit eine Aktion aus. Bei der Aktion handelt es sich normalerweise um einen Sprung an die richtige Position in der Teileliste. Meist ist es erwünscht, dass die Legendennummern interaktiv sind. Dies ist insoweit automatisierbar, dass jegliche Vektorgrafik für diesen Katalog verwendet werden kann. Vorzugsweise möchten Sie vielleicht CGM als Dateiformat verwenden, aber die Ursprungsdaten können auch aus einem CAD-System stammen.

Der Kompilierungsprozess öffnet alle Abbildungen, wandelt alle Textelemente in Grafikobjekte mit Hotspot-Merkmalen um und speichert sie als CGM-Dateien. Die Dateinamen entsprechen den Namen der ASCII-Dateien.

4 Erzeugen des Katalogs

4.1 Erforderliche Software

Für die HTML-Seiten ist Microsoft Internet Explorer als Browser erforderlich. Zum Anzeigen der CGM-Dateien wird IsoView verwendet. Um die Verarbeitung so einfach wie möglich zu gestalten, kommt keine serverseitige Verarbeitung zum Einsatz.

IsoDraw dient als Werkzeug für Technische Illustrationen zum Verarbeiten der Abbildungen und Aufbau des Katalogs.

4.2 Kompilierung

Die eigentliche Kompilierung der Katalogseiten wird von einem speziellen Plugin für IsoDraw vorgenommen. IsoDraw ist eine Lösung für Technische Illustrationen mit erweiterter CGM-Unterstützung, die das Erzeugen von Grafikobjekten (grobjects) ermöglicht. Das Plugin wurde für einen Kunden entwickelt und ist kein Standardprodukt. Es illustriert nur eine der Möglichkeiten, wie diese Technologie zur Automatisierung der Katalogerzeugung eingesetzt werden kann.

Das Plugin wird von IsoDraw aus gestartet. IsoDraw öffnet die Abbildungen und wandelt die Textelemente in Grafikobjekte um, denen eine ID zugewiesen wird. Gleichzeitig wird die entsprechende ASCII-Datei von einem Parser gelesen. Die Ergebnisse dieses Vorgangs werden in eine CGM-Datei und eine dazugehörige HTML-Datei geschrieben. Weitere Benutzereingriffe sind nicht erforderlich. Das Plugin verwaltet geänderte Informationen automatisch.

5 Funktionen

Der durch das IsoDraw-Plugin erzeugte Katalog bietet grundlegende Funktionen. Die Funktionen hängen von den Kundenanforderungen ab und können erweitert werden. Über die vertikale und horizontale Seitennavigation hinaus bestehen Verknüpfungen von Legendennummern und Grafikobjekten in der Abbildung zu den entsprechenden Einträgen im Bereich der Teileliste. Ein Klicken auf die Teilenummer in der Liste hebt das entsprechende Grafikobjekt in IsoView hervor und/oder zentriert es.

Der Katalog beinhaltet eine Indexseite, um Teilenummern im gesamten Katalog zu suchen. Anwender können einer Einkaufsliste Einträge hinzufügen und diese ausdrucken und/oder zurück an den Server senden. Einführungs- und Hilfeseiten vervollständigen die Katalogfunktionen.

6 Zusätzliche Funktionen

Diese Implementierung wurde einfach gehalten, um die einfachste Möglichkeit zur Erzeugung eines elektronischen Teilekatalogs zu zeigen. Auf dieser Grundlage kann man nun den einzelnen HTML-Seiten Funktionen hinzufügen oder deren Design ändern. Bei größeren Projekten können die Listen direkt aus einer Datenbank zur Laufzeit bezogen werden. Dies ist eventuell auch dann vorteilhaft, wenn auf den Katalog über ein Netzwerk und nicht über ein lokales CD-ROM-Laufwerk zugegriffen wird.

Weitere Funktionen sind direkte Verknüpfungen mit dem beschreibenden Teil der Dokumentation, z. B. dem Reparaturhandbuch. Es gibt viele Möglichkeiten, wie IsoView die Funktionalität optimieren und Unterstützung für Verknüpfungen zur Laufzeit bieten kann.

7 Änderungen

Einer der größten Vorzüge tritt zu Tage, wenn eine Überarbeitung des Katalogs bevorsteht. Die herkömmlichen Hotspots und Verknüpfungen per Overlay verursachen viel Ärger und monotone Arbeit. In unserem Beispiel ändern sich die darunterliegenden Daten, d. h. die Datenbank stellt einen neuen Satz ASCII-Listendateien bereit und auch die Abbildungen werden geändert.

In der Abbildung bereits vorhandene Objekte behalten ihre Eigenschaften und Hotspot-Informationen. Neu hinzugekommene Objekte werden automatisch erkannt, wenn es einen dazugehörigen Eintrag in der Listendatei gibt.

8 Zusammenfassung

Das vorliegende Dokument soll Ihnen einen Eindruck davon vermitteln, was erforderlich ist, um einen voll funktionsfähigen Teilekatalog mit den vorhandenen Web-Technologien zu erzeugen. Die meisten Unternehmen verfügen bereits über die Informationen oder können sie problemlos bereitstellen.

Der große Vorzug des hier behandelten Konzepts ist der Bedienungskomfort. Sie müssen lediglich mit Ihrer Datenbank umgehen können (was Sie ja gerade beweisen). Darüber hinaus müssen Sie lediglich mit Abbildungen arbeiten, die Legenden als Textelemente enthalten. Dies ist sogar möglich, wenn Sie gescannte Rastergrafiken verwenden.

Das Problem, das den meisten Unternehmen die größten Kopfschmerzen bereitet, ist dadurch gelöst, dass die eigentlichen Webseiten inklusive der Verknüpfungen automatisch erzeugt werden. Häufige Änderungen sind einfach und schnell durchzuführen. Sie benötigen keine Programmierfähigkeiten oder HTML/CGM-Kenntnisse, um eine neue Version des Katalogs zu erstellten.

Die im vorliegenden Beispiel gezeigten Funktionen erfüllen die Grundanforderungen des Benutzers eines Teilekatalogs. Sie können problemlos erweitert werden.

Der in diesem Dokument beschriebene Katalog wurde für einen Kunden in Deutschland entwickelt. Unternehmensspezifische Informationen wurden absichtlich entfernt.




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