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PostScript und PDF - Entwicklungsgeschichte

Postscript und PDF als Standards

Seit fast zwanzig Jahren dient die von der kalifonischen Firma Adobe entwickelte Seitenbeschreibungssprache PostScript zur Ansteuerung unterschiedlichster Geräte für die Erzeugung grafischer Ausgabe. Sei es der Laserdrucker im Büro oder die Belichtungsmaschine, die Filme für den Offsetdruck erzeugt: PostScript-Unterstützung ist als so genannter PostScript-Interpreter in allen Geräteklassen zu finden; jedes Betriebssystem enthält zudem Treiber für die Ausgabe auf einem PostScript-Gerät.

Der Wunsch, die Nachteile von PostScript zu beheben und gleichzeitig ein universelles Dateiformat für den Austausch digitaler Dokumente quer über alle Betriebssysteme zu etablieren, führte bei Adobe zur Entwicklung des Portable Document Format (PDF) und der dazugehörigen Acrobat-Software. Seit bald zehn Jahren hält der Siegeszug von PDF an, angetrieben durch die massive Ausweitung des Internets und die gestiegene Online-Verteilung und -Verwendung digitaler Dokumente. Während das Vollprodukt von Acrobat seit Jahren signifikant zum Gesamtumsatz von Adobe beiträgt, ist der Acrobat Reader zum Anzeigen und Drucken von PDF-Dokumenten seit Jahren kostenlos erhältlich, was die Akzeptanz und Verbreitung von PDF maßgeblich förderte.

PostScript und PDF sind eng miteinander verwandt und wurden zum Teil auch parallel entwickelt; sie setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Beide Formate basieren auf einer geräteunabhängigen Beschreibung beliebiger grafischer Inhalte. Vereinfacht gesagt: Alles, was man zeichnen oder drucken kann, lässt sich auch in PostScript und PDF ausdrücken. Während PostScript jedoch für die Druckausgabe von Daten optimiert ist, bietet PDF zusätzlich Eigenschaften, die den Einsatz von Dokumenten am Bildschirm und deren weltweiten Austausch erleichtern. Beim Entwurf des Dateiformats PDF orientierten sich die Entwickler von Adobe am Dateiformat des hauseigenen Grafikprogramms Illustrator. Es erschien erstmals 1988 und arbeitete mit einer Art abgespecktem PostScript zur Speicherung von Grafiken. Die Ähnlichkeit der Illustrator-Anweisungen mit jenen von PDF besteht noch heute.

Wie in der Computerindustrie üblich wurden sowohl PostScript als auch PDF permanent verbessert und weiter entwickelt. Da PostScript vor allem in Hardware (Drucker, Belichtungsmaschinen und andere Geräten) implementiert ist und Acrobat/PDF reine Softwarelösungen sind (sieht man einmal von einigen wenigen PDF-fähigen Geräten ab), verlief die Entwicklung in beiden Fällen unterschiedlich schnell. PostScript brachte es in den knapp zwanzig Jahren seines Bestehens auf insgesamt drei Versionen, die als PostScript Level 1, 2 und 3 bezeichnet werden. Streng genommen darf man jedoch nicht von PostScript Level 3 sprechen, denn die Marketingabteilung von Adobe gab dieser Version die Bezeichnung Adobe PostScript 3 (in technischen Dokumenten ist von LanguageLevel 3 die Rede). Von Acrobat bzw. PDF gab es in weniger als zehn Jahren bereits fünf Versionen. Während die Acrobat-Versionen einfach von 1 bis 5 durchnummeriert sind, lauten die entsprechenden PDF-Versionsnummern 1.0 bis 1.4. Dies sollte andeuten, dass die Änderungen am Dateiformat nicht gravierend oder zueinander inkompatibel waren, sondern eher sanft und weitgehend kompatibel mit den Vorgängerversionen.

Quelle:
Thomas Merz / Olaf Drümmer: "Die PostScript & PDF-Bibel"
(München: PDFlib GmbH, 2002), 2. Auflage, Seite 1-2.

Wir danken dem dpunkt Verlag, Heidelberg, für die freundliche Unterstützung und die Zustimmung zum Abdruck dieses Textauszuges. Das Buch kann direkt beim Verlag unter http://www.dpunkt.de bestellt werden.



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