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CAD-Systeme stellen für den Datenaustausch mit anderen Programmen verschiedene Export-Formate zur Verfügung. Eines davon ist das IGES-Format.
IGES ist die Abkürzung für Initial Graphics Exchange Standard und ist vom American National Standards Institute (ANSI) genormt. Das IGES-Format ist unabhängig von Herstellern und deren Software. Dadurch haben Konstrukteure die Möglichkeit, ihre Konstruktionsdaten über den Zwischenschritt IGES aus einem CAD-System (z.B. CATIA) in ein anderes CAD-System (z.B. I-DEAS) oder ein Grafikprogramm (z.B. IsoDraw, IsoDraw CADprocess) zu überführen, wie in der folgenden Grafik skizziert:
IGES ist in der CAD-Welt sehr weit verbreitet. Es kann 2D- und 3D-Daten beschreiben. Dabei wird in der Hauptsache auf die genaue Übertragung von Konstruktionsdetails Wert gelegt, die grafischen Möglichkeiten sind beschränkt. Neben den üblichen grafischen Primitiven wie Linie oder Kreis lassen sich sehr komplexe Elemente beschreiben wie Oberflächen, Volumenkörper oder auch Vermassungen, zusammengesetzte Elemente und Darstellungsparameter.
Die Beschreibung der einzelnen Elemente geschieht innerhalb der IGES-Datei mit sogenannten Entities. Es gibt eine Fülle von Entities. Entities können Kreise, Linien, Texte, usw. aber auch Strukturen wie Gruppen, Verweise auf bestehende Elemente, etc. beschreiben. IGES-Dateien sind in Klartext aufgebaut. Das bedeutet, dass Sie die Dateien in einem Editor öffnen und einsehen können.
Sie finden nach einem Header zwei Sektionen, in denen die Entities aufgelistet werden. In der ersten Sektion werden diese mit speziellen Parametern aufgelistet und verweisen auf die zweite Sektion, in denen die Entities dann weiter definiert sind.
Eine typische Datenbeschreibung in der zweiten Sektion durch die Entities sieht dann so aus:
| 102,4,519,521,525,527; |
529P |
476 |
| 142,1,507,517,529,2; |
531P |
477 |
| 144,507,1,0,531; |
533P |
478 |
| 128,2,2,2,2,0,0,0,0,0,0.0,0.0,0.0,1.0,1.0,1.0,0.0,0.0,0.0,1.0, |
535P |
479 |
| ... |
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Im oben dargestellten Beispiel beschreiben folgende Entities die Elemente:
| 102: |
Composite Curve Entity |
| 142: |
Curve on a Parametric Surface Entity |
| 144: |
Trimmed Parametric Surface Entity |
| 128: |
Rational B- Spline Surface Entity |
Eine Beschreibung des IGES-Standards kann über die Firma US PRO bezogen werden: https://www.uspro.org
In der Regel benötigen Sie kein spezifisches Fachwissen über den Inhalt der IGES-Dateien, um die Daten mit diesem Format auszutauschen.
Beim Einlesen einer IGES-Datei mit IsoDraw CADprocess werden die Entities interpretiert und zu Zeichnungselementen umgewandelt. Ein Element kann auf verschiedene Art und Weise definiert werden, was zu Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Programmen führen kann. Oft ziehen die fehlende Einheitlichkeit der Beschreibung wie auch die fehlende Kontrollmöglichkeit für die Güte einer IGES-Datei große Verluste nach sich oder verhindern die Übertragung vollständig.
Um diese Gefahr zu verringern, gibt es Bestrebungen, den Umfang der IGES-Norm einzuschränken, indem Teilmengen gebildet werden, die nach bestimmten Konventionen zu verarbeiten sind. Hier sind insbesondere zwei Begriffe bedeutsam: VDAIS und CALS.
Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) hat verschiedene Gruppen von Elementen festgelegt, die auf genau definierte Weise interpretiert werden müssen. Demnach muss ein Programm, das IGES gemäß der Spezifikation VDAIS lesen und schreiben kann, zusätzlich noch die Gruppe angeben, damit klar wird, welche Komplexität der Datei diesem Programm zugemutet werden kann. Auf der anderen Seite müssen von diesem Programm erzeugte IGES-Dateien auf die Elemente beschränkt bleiben, die in der angegebenen Gruppe definiert sind.
Die Absicht der CALS-Spezifikationen ist sehr ähnlich: Hier werden drei Klassen definiert, die sowohl den Umfang wie auch die Art und Weise der Interpretation festlegen. Dabei zielt die erste Klasse auf die Technische Illustration, die zweite auf Konstruktionszeichnungen und die dritte auf elektrische/elektronische Anwendungen.
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