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Eine Frage der Perspektive...

Bei der Arbeit mit technischen Illustrationen sind Sie unmittelbar allen Fragen der Perspektive ausgesetzt. Nützliche Informationen über die Parallel- und die Fluchtperspektive finden Sie im folgenden Artikel.

Jede technische Illustration ist in einer Perspektive dargestellt. Die Wahl der verwendeten Perspektive fällt dabei auf diejenige, die dem Verständnis der angestrebten Informationen über die dargestellte Situation am zuträglichsten ist. Gerade Neulingen in der Technischen Illustration stellen sich bereits bei der Wahl der Perspektive viele Fragen. Dabei wird häufig angestrebt, einen Körper so realistisch wie möglich darzustellen, was in der Wahl einer Fluchtpunktperspektive resultiert.

Die 3-Fluchtpunktperspektive ist dabei diejenige, die Sie auch aus der Realität (...wie etwa bei einem Blick aus dem Fenster) gewohnt sind. Alle Verlängerungen der Körperkanten eines Objektes treffen sich dabei in drei Punkten. In der folgenden Darstellung sehen Sie ein Bild, in dem die Richtungen der drei Fluchtpunkte dargestellt sind.
 

 
Diese Darstellungsweise wirkt sehr realistisch, birgt zugleich aber auch verschiedene Probleme in sich:

Je länger das Objekt ist, desto kleiner wird es im Hintergrund
Die Intention einer technischen Illustration ist die verständliche Information über verschiedene Sachverhalte. Ein sich nach hinten verkleinerndes Objekt lässt die Beurteilung von Proportionen nicht mehr zu. Dies geht so weit, dass Elemente nicht mehr zu erkennen sind, wenn sie sich weiter hinten befinden. Ein Beispiel wäre der hinterste Reifen eines LKW bei der Perspektive von vorn. Zusätzlich ist in diesem Beispiel nur noch zu erahnen, dass alle Reifen gleich sind.

Die Erstellung einer 3-Fluchtpunktperspektive ist sehr schwierig
In der manuellen Erstellung der 3-Fluchtpunktperspektive können Sie nicht mit realen Maßen arbeiten. Alle Maße, die Sie verwenden möchten, müssen Sie einzeln in die Perspektive projizieren. Der Aufwand steht dabei in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Ellipsen haben in allen Positionen unterschiedliche Durchmesser, Lagen und Öffnungswinkel.

Wiederverwendbarkeit bereits erstellter Objekte nicht möglich
Alle Elemente (z.b. Schrauben, Reifen, etc.) müssen in jeder Lage erneut gezeichnet werden. Durch die sich in allen Lagen ändernden Werte aller Elemente können Sie in keinem Fall ein bereits erstelltes Objekt übernehmen.

Neben der 3-Fluchtpunktperspektive, ist sicherlich die Parallelperspektive die effizienteste Methode, einen Körper räumlich darzustellen. In diesem Perspektivmodell können Sie direkt die realen Maße verwenden. Somit können Sie diese unmittelbar aus den technischen Zeichnungen übernehmen. Da die Parallelperspektive sich zum Hintergrund nicht verkleinert, können Elemente im Hintergrund gut erkannt und visuell mit Elementen im Vordergrund verglichen werden. Elemente, die Sie bereits erstellt haben, können in der gleichen Einbaulage wieder verwendet werden. Die bekannteste Parallelperspektive ist die Isometrie. Diese Variante bietet den zusätzlichen Vorteil, dass die Elemente mit einer Rotation um 120° auch in anderen Achslagen verwendet werden können.

Fazit
So schön eine Fluchtpunktperspektive auch anzusehen ist, sie ist doch eher für eine technische Werbung, als für eine Technische Illustration geeignet. Ein Einsatzbereich wäre sicherlich die farbige und werbliche Gestaltung des Deckblattes einer technischen Anleitung. Im Inneren dieser Anleitung geht es aber um die verständliche Vermittlung aller dargestellten Details. Dafür ist die Parallelperspektive wesentlich besser geeignet. Lassen Sie dabei auch den rechtlichen Aspekt nicht unbedacht: Sie haften auch für die Informationen in der Anleitung Ihrer Produkte und sollten deshalb die Darstellungen eindeutig erkennbar gestalten.



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Last change: 30.07.2007 12:17:09